Dienstag, 11. Oktober 2016
Tränenzeiten - Heilungszeiten

Unsere Seele liegt in Trauer. Das ist nicht immer der Verlust eines lieben Menschen durch Tod. Sondern, das sind auch Dinge die das Leben einfach mit sich bringen. Schwere Lebenssituationen, durch die man plötzlich und unerwartet durch muss. Ohne das man selbst sichtbar etwas daran verschuldet hätte.

Manchmal müssen wir sogar durch eine ganze Reihe von ungeahnte, schwere Zeiten, tiefe Schluchten gehen, Seelisch zerreißende Schmerzen ertragen und schlimmsten Tatsachen ins Auge sehen. Untersuchungen und Operationen durchstehen, schlimme Begegnungen aushalten, Arbeitslosigkeit durchschreiten, den Erwartungsdruck anderer standhalten, menschliche Trennungswege oder Ablehnung durchlaufen, Verluste und Niederlagen hinnehmen, Ungerechtigkeiten ertragen, große Enttäuschungen erkennen und die damit verbundene Trauer verarbeiten.

Ich selbst, kenne den Herz zerreißenden Schmerz. Den Schmerz, der einem fast den Verstand zu rauben scheint. Den Schmerz, der so tief und voller Sehnsucht, uns schlaflose durchweinte Nächte und qualvolle Tage durchleben lässt. Den Schmerz, der uns an Gott zweifeln und oftmals fast verzweifeln lässt.

Aus der tiefsten Sehnsucht und Verlust kann, wenn wir Gott nicht vertrauen lernen, der größte Hass entspringen. Kriege und unzählige Morde sind in dieser Seelenqual entstanden und nach Rache lüsternd durchgeführt worden.

Doch mit Jesus, sind das alles Möglichkeiten zum Wachsen, in Vertrauen, Geduld, Hoffnung und Dankbarkeit zu Gott. Je mehr wir unsere Tränen und unsere Trauer annehmen, alles im Vertrauen an Jesus loslassen (Menschen, Vorstellungen von Lebenswegen, überzogene Erwartungen usw.) und mit ihm den Schmerz durchlaufen desto schneller sind wir durch und mit neuer Kraft und Hoffnung bestückt.

Die Tatsache schwerer Stürme oder Orkane in unserem Leben bedeuten nicht die Abwesenheit unseres Trösters. Er reicht uns seine erlösende Hand. Seine Schulter ist ein wunderbarer Ort zum Weinen.

Zum Abweinen. Stündliches Weinen. Tägliches Weinen, Wöchendliches Weinen. Es ist wichtig die Wehen des Weinens zu durchlaufen. Den Schmerz darin zu ertragen. Auch wenn uns die Tränen fast ersticken. Tränen sind wie die Schleifsplitter eines zukünftig funkelnden Diamanten.

Seine Liebe und starken Arme tragen uns da durch. Jeden Tag aufs Neue. Lassen uns darin weiteratmen. Jeden Morgen neu die Augen aufmachen. Zur Ruhe kommen. Loslassen. Heilen. Neu Hoffen. Auch wenn es nur ein Senfkorn ist.

„Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.“
(1. Mose 41,52)

„Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind,
und rettet jeden, der alle Hoffnung verloren hat.
Zwar bleibt auch dem, der treu zu Gott steht,
Schmerz und Leid nicht erspart;
doch aus allem befreit ihn der Herr!
Vor schweren Schaden bewahrt er ihn,
kein Knochen soll ihm gebrochen werden.
(Psalm 34,19-21)

„Der Herr, der allmächtige Gott,
wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen.“
(Jesaja 25,8)

„Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss,
wiegen nicht schwer und gehen vorüber.
Sie werden mir eine Herrlichkeit bringen,
die alle Vorstellungen übersteigt.“
(2. Korinther 4,17)

Du bist wunderschön, auch wenn du weinst. Denn Weinen ist von Gott gegeben. Es lässt uns heilen und wir können neu danach aufleben. Renn zu Jesus, renn zum Vater, wein dich aus, lass den Schmerz vor ihm heraus. Er tröstet dich und verbindet deine Wunden. Er weiß, was dich gequält hat und geschunden.

Wenn die, die du liebst und dir wertvoll sind dir den Rücken zukehren, dich plötzlich ablehnen und verlassen. Wenn das, worin du ein Zuhause oder Sicherheit gefunden hattest, sch schlagartig ändert und zerbricht. Wenn deine Träume wie Seifenblasen zu zerplatzen scheinen. Wenn du so sehr verletzt worden bist, dass deine Seele scheinbar nie mehr heilen kann. Wenn Hilfe auf die du hofftest, plötzlich ausbleibt. Wenn die Wunde der Ablehnung in deiner Seele nicht aufhören will weh zu tun.

Dann denk daran, vergib diesen Menschen und lass los! Lass los und Vertraue, dass dir alles zum Besten dient! Du schaffst es, mit Jesus auch diese Hürde deines Lebens zu überwinden.

Denn Jesus ist der einzig wahre Freund.
Dein einzig wahrer Helfer.
Dein einzig wahrer Arzt und Seelsorger.
Dein einzig wahres Zuhause.
Deine einzig wahre Sicherheit.
Dein einzig wahrer Versorger.
Deine einzig wahre Zukunft.
Dein einzig wahrer Partner.

Es gibt Hürden in unserem Leben, Ereignisse, Situationen, Veränderungen, Verletzungen. die wir nur überleben, überwinden und ertragen können, wenn wir sie nahe an der helfenden, liebevollen Vaterhand Gottes, geistlich und ewigkeitsorientiert betrachten.

Diese Hürden, geben uns eine neue Lebensausrichtung, eine neue Sichtweise wenn wir sie überwunden haben. Und eines Tages können wir verstehen wofür alles gut war.

Niemand kann den Schmerz in deiner Trauer, deine Freude oder Leid, so mit empfinden, dir dabei so nahe sein, wie Jesus und sein Vater. Kein Mensch, ist in der Lage so tief in dein Herz, in deine Empfindungen zu sehen. Nur Gott allein, wird dabei immer so nahe bei dir stehen.

Um traurige, schlimmer Dinge zu verarbeiten, ist es sehr wichtig den Stausee unserer zurückgehaltenen Tränen Gott hinzuhalten, damit er ihn zum abfließen öffnen kann.

Es gibt Menschen, dazu gehörte ich auch, die Jahrzehnte lang Tränen, Trauer, Wut über eine Sache zurückhalten. Doch für Seele, Geist und Körper ist es ein Schwerer Rucksack, den wir mit uns herumschleppen. Jesus will uns diesen Rucksack abnehmen, damit wir wieder Freude am Leben haben. Wenn wir zu ihm gehen, um Hilfe bitten, davon erzählen und abweinen, kann er uns alles abnehmen.

Wir können am Kreuz seiner Liebe, Hilfe und Gnade alles ablegen. Jeden Schmerz, jedes Unverständnis, jede ohnmächtige Verzweiflung. Wir müssen es nur wollen.

Unsere Entscheidung ist entscheidend. Jesus wartet nur darauf, dass wir zu ihm kommen:
Er schenkt Hoffnung in absoluter Hoffnungslosigkeit.
Er schenkt Freude in Freudlosigkeit.
Er schenkt Kraft in Kraftlosigkeit.
Er ist die Hilfe in völliger Hilflosigkeit.
Er ist der Ratgeber in Ratlosigkeit.

Er stellt dich wieder her, wenn du komplett am Boden liegst. Er kreiert völlig neues, nach dem du zerbrochen bist. Erst wenn wir am Ende sind, kann Gott anfangen. Denn Gott ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.

Schreibe Gottvater oder Jesus einen Brief mit allen Anliegen, Wünschen, Endtäuschungen. Mir hat das immer sehr geholfen. Und wenn du leise und geduldig hinhörst, bekommst du eine Antwort.

„Wer zum Herrn aufschaut, der strahlt vor Freude,
und sein Vertrauen wird nie enttäuscht.“
(Psalm 34,6)

Katja Vosseler: www.jesuliebe.de

...bereits 728 x gelesen