Sonntag, 30. August 2015
Wunder Jesu – Teil 15
Und viele andere Zeichen… (Johannes 20:30-31)

In den vergangenen Sendungen sind wir durch das Markusevangelium gegangen und haben alle Krankenheilungen Jesu herausgegriffen. Es war mein Anliegen zu zeigen, dass Jesus ein vollmächtiger Gottesmann war, der die Kraft hatte, die schlimmsten Krankheiten einfach durch sein Wort oder eine Berührung zu heilen. Ich wollte auch deutlich machen, dass jede Heilung anders war.

Mal kam der Kranke zu Jesus und bat ihn um ein Wunder, mal rief Jesus den Kranken zu sich. Mal sprach Jesus ein Wort, mal berührte jemand sein Kleid und wurde gesund und einmal steckte Jesus seine Finger in die Ohren eines tauben Mannes.

Bei all den Heilungen, die Jesus vollbracht hat, gab es aber immer noch viele Menschen, die nicht geheilt wurden. So ist es auch heute noch. Manche Leidenden werden durch ein Gebet zu Jesus geheilt andere aber nicht. Manchmal erwartet Jesus die Erfüllung von bestimmten Bedingungen, ein andermal heilt er einfach so und wieder ein andermal hilft alle Anstrengung und aller Glaube des Kranken nichts. Jesus ist souverän und heilt, wen er will.

Eigentlich ist Jesus nicht gekommen, um alle Kranken gesund zu machen. Er kam vielmehr, um selbst zu leiden und am Kreuz für unsere Sünden zu sterben. Aber seine Heilungen haben den Menschen seiner Zeit gezeigt, dass Jesus ein barmherziger, liebevoller und mächtiger Lehrer war. Die Berichte über seine Wunder helfen uns auch heute, den Sohn Gottes besser zu verstehen.

Der Jünger Johannes schreibt am Ende seines Evangeliums folgenden Satz: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor den Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubt, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.“ (Johannes 20:30-31).

Diese Erklärung finde ich besonders geeignet, um sie am Schluss einer Serie über die Wunder Jesu zu stellen. Einige Einzelheiten möchte ich wieder betonen.

1.- sagt Johannes, dass Jesus noch viele andere Zeichen tat, die nicht in der Bibel berichtet sind. Ich habe nur die Heilungswunder aus dem Markusevangelium erläutert. Markus hatte aber auch noch andere Wunder Jesu bezeugt. In den anderen Evangelien werden auch noch viel mehr Heilungen und Wunder berichtet. Doch darüber hinaus hat Jesus noch mehr getan. Eigentlich weiß niemand genau, was er alles getan und wem er geholfen hat. Da ist also bei ihm noch viel mehr dahinter, als wir über ihn wissen. Es ging den Evangelisten gar nicht darum, eine genaue Liste der Wohltaten Jesu aufzustellen.

2.- sagte Johannes etwas über den Grund seiner Aufzeichnungen. Er erklärt „Diese Zeichen oder Wunder sind geschrieben, dass ihr glaubt, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes!“ Die Evangelisten haben also einige markante und vielleicht repräsentative Wunder herausgegriffen um zu zeigen, dass Jesus der Sohn Gottes war. Nun habe ich schon öfter erwähnt, dass die Zeichen für manche ein überzeugender Beweis der Gottessohnschaft Jesu sind – für andere aber nicht.

Auch heute gibt es noch Menschen, die einfach nicht an Jesus glauben, und wenn noch so viele Wunder in der Bibel berichtet wären, oder wenn sie selbst ein Wunder erlebt hätten. Jesu Feinde haben ihn oft herausgefordert und gesagt, er solle ihnen ein Zeichen geben oder einen Beweis dafür liefern, dass er der Sohn Gottes sei. Sie konnten es aber nicht sehen, dass Jesus schon reichlich Wunder getan hatte, um sich zu legitimieren.

Wer nicht glauben will, dem helfen keine Wunder und keine Beweise. Wer jedoch glauben will, oder wer einen schwachen Glauben hat, dem helfen die Wunder, Jesus mehr zu vertrauen.

3.- Weiter sagt Johannes, dass die Wunder Jesu in der Bibel berichtet wurden, damit die Leser glauben sollen und damit sie durch den Glauben das ewige Leben haben. Die Wunder wurden uns also nicht so sehr deshalb berichtet, damit wir auch Heilung finden und von unseren Krankheiten, Problemen und Sorgen befreit werden.

Der Grund, weshalb Johannes von den Taten Jesu berichtete war, damit die Leser gerettet würden und das ewige Leben fänden. Es geht also um die Erlösung von Sünde, die Heilung von Schuld und um ewiges, unvergängliches Leben in der Herrlichkeit bei Gott. Dort wird es einmal keine Krankheit und keine Schmerzen geben, kein Altern, keine Sorgen, keine Armut und kein Leid. Das wollte Jesus eigentlich für uns: ewiges Leben in ununterbrochener Glückseligkeit.

Johannes, wie die andern Jüngern wussten also darum, dass die meisten Leser dieser Berichte nicht erlöst waren. Sie lebten noch in Dunkelheit, Unverständnis, in Lastern, Sünden und Leiden dahin. Sie brauchten, innere Heilung und Reinigung – sie brauchten Vergebung und Gerechtigkeit. Das können und sollen die Menschen bei Jesus finden.

4.- merken wir, dass wir das ewige Leben nur durch den Glauben an Jesus erhalten können. „Es ist in keinem andern Heil,“ erklärten die ersten Apostel ihren Zuhörern, „ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.“ Es gibt nur einen Retter. Nicht alle Religionen führen zu Gott, sondern nur der Glaube an Jesus. Und dann sehen wir auch, dass es der Glaube ist, der uns mit Gott in Verbindung bringt. Es sind nicht die Zeremonien, die Kulte, die Guten Werke, es ist unser Vertrauen, das wir ganz in Jesus setzen müssen.

Wir haben also die Berichte über die Wunder und all die anderen Taten Jesu in der Bibel, damit wir Glauben, dass Jesus der Christus, der Erlöser und der Sohn Gottes sei und damit wir durch den Glauben das ewige Leben haben. Hoffentlich können auch Sie dieses Anliegen der Schreiber der Bibel erkennen, akzeptieren und an Jesus glauben.

Ein Gebet zum Abschluss:
Danke Herr, dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast um uns zu zeigen, wer Du wirklich bist. Und danke auch, dass Du nicht nur unsere körperliche Heilung anstrebst, sondern die endgültige Heilung und das ewige Leben. Amen.

Rüdiger Klaue

Weitere Predigten von Rüdiger Klaue findest Du unter http://www.rklaue.com

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