Sonntag, 30. August 2015
Wunder Jesu – Teil 2
Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus (Markus 1: 29-31)

Jesus ist bekannt durch die Wunder, die er zu seinen Lebzeiten wirkte. Diese Wunder brachten das Volk in Erstaunen und machten viele Menschen nachdenklich. Für manchen Zweifler waren sie eine Hilfe im Glauben und Bestätigung dafür, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes und der Erlöser der Welt war.

Der Evangelist Markus berichtet uns viele Begebenheiten, wo Menschen auf übernatürliche Weise durch Jesus geheilt wurden. Eines Tages z.B. nahmen Jesu Freunde Simon und Andreas ihn mit zu sich nach Hause. Dort angekommen erfuhr Jesus, dass die Schwiegermutter des Simon krank war und mit Fieber im Bett lag. Markus berichtet: „Jesus ging zu ihr, nahm sie bei der Hand und richtete sie auf. Das Fieber verschwand und die Frau bereitete für alle das Essen.“

Aus diesem kurzen Bericht möchte ich einige Beobachtungen hervorheben.

1.- Der hier erwähnte Simon ist Petrus, wohl der bekannteste Jünger Jesu.

2.- Simon Petrus hatte eine Schwiegermutter. Das bedeutet, dass er verheiratet war. Soweit ich weiß, wird an keiner anderen Stelle in der Bibel erwähnt, dass Petrus eine Frau hatte. Wir kennen nicht den Namen der Frau und wissen auch nicht, ob Petrus Kinder hatte.

3.- Petrus wohnte mit seiner Frau bei seiner Schwiegermutter. Das war damals sicher so üblich. Über das Verhältnis in der Familie zueinander wird uns nichts gesagt. Aber nach den Berichten der Bibel zu urteilen, war Petrus oft unterwegs und seine Frau allein zu Hause.

4.- Die Schwiegermutter des Petrus, von der wir nicht einmal den Namen kennen, war krank. Sie hatte das Fieber. Was das bedeutete, wird nicht weiter ausgeführt. Ob die Frau jetzt eine kleine Erkältung hatte, ob sie an Malaria erkrankt war, ob sie an dem gefürchteten Denguefieber litt, oder ob sie eine Entzündung oder anderen Krankheitsherd im Körper hatte wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, ob sie schon lange im Bett gelegen und was sie alles zu ihrer Heilung unternommen hatte. Höchstwahrscheinlich hatte die Frau keine Schuld an ihrer Krankheit und war für ihren Zustand nicht verantwortlich. Es war ihr Schicksal, ihr Los, ihre Last, die sich zu tragen hatte.

5.- Jesus geht auf die Frau zu, nimmt sie an der Hand und heilt sie. Es fällt mir auf, dass weder Petrus, noch die kranke Frau irgendwelche Hilfe von Jesus erbeten oder erwartet hatten. Petrus wusste, dass Jesus Wunder tun konnte, aber in diesem Fall verlangte er nichts von Jesus. Jesus selbst ergreift die Initiative. Er fragt aber nicht, ob die Frau gesund werden will, er fragt auch nicht, ob sie glaubt, dass er sie heilen kann. Entweder Jesus erkannte durch seine übernatürlichen Fähigkeiten die stumme Bitte der Frau, oder er heilte sie ohne ihre Bitte und Zustimmung. Es kann sein, dass Jesus auch gleich den Glauben in ihrem Herzen sah und sie deshalb heilte. Betont wird es jedoch in diesem Bericht nicht. Überhaupt wurde sehr wenig gesprochen.

6.- Jesus nimmt die Frau bei der Hand, er berührt sie. Ob dieses Detaille von Bedeutung ist wird nicht klar. Jedenfalls drückt die Geste Jesu Mitleid aus und ein Identifizieren mit leidenden, kranken Menschen. Durch die Berührung überbrückt Jesus die große Kluft, die zwischen dem Sohn Gottes und dem Menschen besteht. Jesus verabscheut nicht kranke Menschen, er fürchtet sie nicht, er bleibt nicht auf Abstand. Das ist gut für uns zu wissen. Wenn auch heute manchmal alte, kranke Menschen von der Gesellschaft gemieden werden – Jesus verachtet keinen.

7.- Die Heilung ging sehr plötzlich vonstatten. Ohne Bitten, ohne Fragen, ohne Worte und Glaubensprüfungen. Die Frau steht auf, ist gesund und kräftig und dient den Männern. Alle scheinen das als selbstverständlich hinzunehmen.

8.- Dieses Wunder geschieht nicht in der Öffentlichkeit, nicht in einer großen Versammlung. Es geschieht in der stickigen Luft eines dunklen Krankenzimmers. Fast ohne Zeugen. Hier wird klar, dass es Jesus gar nicht darauf ankommt, dass seine Werke von vielen Menschen gesehen werden, und dass er Anerkennung bekommt.

9.- Weder Petrus noch die geheilte Frau danken Jesus für dieses Wunder. Aber die Schwiegermutter des Petrus bereitet sofort das Essen für alle. Sie dient also Jesus! Ihre Dankbarkeit und Freude kommt durch das Zubereiten einer Mahlzeit für Jesus zum Ausdruck. Wichtiger als Worte des Dankes und überschwängliche Lobreden sind die Taten, auch für uns Christen heute, die wir die Gnade Jesu in unserem Leben erfahren haben.

Es ist nur eine kleine Geschichte, dieser Bericht von der Heilung der Schwieger¬mutter des Petrus. Er zeigt mir aber die menschliche Wärme Jesu, sein Erbarmen, sein Interesse in den kranken, schwachen Menschen. Jesus geht es nicht um Show, nicht um Ruhm und Beachtung. Er kam, um zu helfen und zu heilen.

Menschen mit Krankheiten, Schwächen, Problemen, Behinderungen und Unzulänglichkeiten sind das Objekt der Liebe unseres Herrn. Sie alle dürfen sich ihm vertrauensvoll nahen und ihm ihre Bedürfnisse und Wünsche sagen, und wenn es ohne Worte nur mit dem Herzen ist. Er versteht uns.

Ein Gebet zum Abschluss:
„Herr Jesus, für Deine Liebe, für Dein Mitleid und Dein Interesse am kranken Menschen danken wir Dir von ganzem Herzen. Du siehst auch, wer heute mit Schmerzen im Bett liegt, abgesondert von den andern, einsam, leidend. Danke dass Du Dich über einen jeden erbarmst und ihm Zuwendung und Hilfe bringst. Amen.“

Rüdiger Klaue

Weitere Predigten von Rüdiger Klaue findest Du unter http://www.rklaue.com/

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