Sonntag, 30. August 2015
Wunder Jesu – Teil 12
Jesus gibt 4000 zu essen (Markus 8:1-9)

Jesus hat viele Wunder getan. Nicht nur Krankenheilungen, sondern auch andere, die in die Naturgesetzte eingriffen. Viele dieser Wunder werden uns teilweise recht detailliert in der Bibel berichtet. Ein Grund, weshalb Jesus Wunder tat war, um seine Herkunft zu bestätigen. Er war Gottes Sohn, vom Vater gesandt. Das wollte Jesus durch die Wunder demonstrieren. Natürlich war das nicht seine wichtigste Aufgabe. Sein eigentlicher Auftrag war, „zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ Dazu musste er am Kreuz sterben.

Wer Jesus nicht glauben will, dem helfen auch die Wunder wenig. Ein Wunder kann noch so groß und weltbewegend sein, es wird immer Menschen geben, die daran zweifeln, es auf irgendeine natürliche Weise erklären wollen oder die sich darüber lustig machen. Das kommt daher, weil sie mit ganz anderen Voraussetzungen an die Berichte der Bibel gehen, als z.B. ein gläubiger Christ, ein Nachfolger Jesu. Für den Gläubigen ist jedes Wunder Jesu, ob groß oder klein, ob in alltäglichen Dingen oder in ganz spektakulären Umständen, ein Beweis der Vollmacht seines Herrn.

Der Evangelist Markus berichtet uns in seinem Buch im 8. Kapitel von einer weiteren Brotvermehrung durch Jesus. Schon im Kapitel 6 hatte er von solch einem Wunder berichtet. In Kap. waren es 5000 Männer, hier im Kapitel 8 sind es 4000 Personen. Dort hatten sie ihm den ganzen Tag zugehört – hier waren sie drei Tage in der Wüste bei Jesus und hatten nichts zu Essen.

Im Kapitel 6 ermahnten die Jünger Jesus, den Leuten etwas zu essen zu geben. Hier sagt Jesus zu seinen Jüngern. „Ich kann die Leute jetzt nicht hungrig nach Hause schicken. Sie könnten unterwegs zusammenbrechen, denn sie sind z.T. von weit hergekommen.“

In der ersten Geschichte waren es fünf Brote und zwei Fische, die Jesus vermehrte, in diesem Bericht sind es sieben Brote und ein paar kleine Fische. Dort hob man nach der Mahlzeit 12 Körbe mit Essenresten auf, hier waren es noch sieben Körbe. –- Ich muss zugeben, dass sich die beiden Geschichten sehr ähneln.

Dort wie hier hat Jesus Brote und Fische vermehrt, um eine große Menschenmenge zu speisen. Aber doch sind es zwei verschiedene Begebenheiten.

Ich möchte wieder einige Beobachtungen aus dieser Geschichte hervorheben.

1.- Was mir einmal auffällt ist die Unbekümmertheit der Menschen. Sie folgen Jesus in die Wüste, wo weit und breit kein Laden, keine Würstchenbude, kein Pizzastand ist. Wenn Europäer in die Heide oder irgendwo ins Grüne fahren, dann nehmen sie doch gewöhnlich einen Korb mit Verpflegung mit. Da wird vorher schon gebraten, gekocht, geschmiert und angerührt, damit man auch ja keinen Hunger leiden muss.

Die Leute in der Geschichte hatten nichts vorbereitet. Ob sie nicht damit gerechnet haben, dass es länger dauern wird? Ob sie erwarteten, dass Jesus ihnen schon auf wundersame etwas zu essen geben wird? Trotzdem, 4000 Menschen ist nicht wenig!!!- Aber keiner schien zu murren, keiner beklagte sich, keiner beschuldigte Jesus oder die Jünger – sie folgen einfach Jesus, wohin er ging, und hörten ihm zu.

Wahrscheinlich hatten sie schon öfter mal einen Tag nichts zu essen gehabt. Wir dagegen sorgen vor, halten Vorrat, planen, berechnen – und wenn es nichts zu Essen gibt, dann sind wir auch nicht mit von der Partie und hören auch gar nicht erst zu.

2.- Als zweites fiel mir auf, dass Jesus die Brote aus der Hand der Jünger nahm und darüber das Dankgebet sprach. Ich denke, er tat das nicht nur jetzt, sondern betete grundsätzlich vor jeder Mahlzeit. Er dankte Gott für das Essen. Dadurch wies er jetzt die Menschen darauf hin, von wem das Brot kam und gab der Nahrung eine besondere Bedeutung, die wir vielleicht gar nicht mehr kennen.

Wer dankt Gott heute noch vor einer Mahlzeit für das tägliche Brot? Das haben wir doch gar nicht nötig, wir haben alles im Überfluss. Weil wir nicht bedenken, dass Gott der Geber der Nahrung ist, gehen viele Europäer auch so gleichgültig und verschwenderisch mit dem Brot um. Es gibt genaue Statistiken darüber, wie viel Brot bei uns in die Mülltonnen wandert. Und wir brauchen ja nur selbst in unseren eigenen Abfalleimer zu schauen, da sehen wir, wie viel Wert uns heute noch das Essen ist. –

Bevor Jesus die paar Fische austeilte, segnete er sie – heißt es im Bericht. Was gesegnet und geheiligt ist, können wir nicht mehr mit Füßen treten. Wenn Jesus für das bisschen Brot dankt und die Fische segnet, wie viel mehr sollten wir Gott vor jeder Mahlzeit für den Wohlstand und die Speise danken.

3.- Als drittes möchte ich darauf hinweisen, dass sich in der Hand Jesu die Dinge vermehren können. Die Jünger gaben Jesus das wenige was sie hatten. Er nahm es und machte viel daraus. Wenn auch wir heute unseren Besitz, unser Geld, unsere Talente und unser Wissen in die Hand Jesu geben, kann er es auf wunderbare Weise vermehren, uns selber damit reich machen und dadurch vielen anderen Menschen helfen. Wer aber alles für sich behalten will, wer ängstlich bemüht ist, seine Reichtümer zu vermehren, der wird unglücklich bleiben und eines Tages mit leeren Händen dastehen.

Jesus kann Wunder tun. Darüber wollen wir uns freuen, dafür wollen wir im danken und darin wollen wir seine göttliche Autorität und Vollmacht erkennen.

Ein Gebet zum Abschluss:
Herr, danke, dass Du die Menschen liebst und ihren helfen willst, wo sie Mangel und Not haben. Danke, dass Du auch uns sättigen kannst, wo unsere Seele hungert und dürstet. Du kannst aus wenig viel machen und in Deiner göttlichen Hand vermehren sich die Dinge, die wir zu einem erfüllten Leben brauchen. Amen.

Rüdiger Klaue

Weitere Predigten von Rüdiger Klaue findest Du unter http://www.rklaue.com

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